P-Semi­nar „Bar­ce­lo­na erle­ben”

Von Her­gatz nach Bar­ce­lo­na war eine lan­ge Rei­se. Aber nach­dem wir unse­re wun­der­schö­ne Unter­kunft mit Pool bezo­gen haben, waren alle Stra­pa­zen ver­ges­sen. Da es schon spät am Abend war, wur­de noch schnell ein­ge­kauft und gemein­schaft­lich gekocht. Gestärkt und aus­ge­schla­fen kann unser Aben­teu­er Bar­ce­lo­na begin­nen.

 

Tag zwei: Heu­te haben wir vor dem WM-Fina­le unse­re der­zei­ti­ge Hei­mat­stadt Vilas­sar de Mar erkun­det und die Ein­hei­mi­schen dabei ken­nen­ge­lernt. Unse­re Auf­ga­ben waren, dass wir die Archi­tek­tur, den Tou­ris­mus und die Poli­tik durch Fotos und Inter­views doku­men­tie­ren.

Der heu­ti­ge drit­te Tag war heiß und anstren­gend, aber auch sehr inter­es­sant. Anna erzähl­te uns von der Geschich­te und den Beson­der­hei­ten der Fla­nier­mei­le „Las Ram­blas”. Moritz führ­te uns zu eini­gen Bau­wer­ken des Archi­tek­ten Gau­dí, die uns sehr beein­druck­ten.

Zusam­men­fas­sung der Refe­ra­te über die „Las Ram­blas”  (Anna-Sophie Stark) und „Gau­dí” (Moritz Schnell)

Las Ram­blas”, die belieb­tes­te Fla­nier­mei­le Bar­ce­lo­nas, sowohl bei den Tou­ris­ten als auch bei den Ein­hei­mi­schen, ist ca. 1,4 km lang, beginnt am Pla­ca de Catalunya und endet am Hafen an der 60 Meter hohen Kolum­bus­sta­tue. Der Plu­ral  „Las Ram­blas“ rührt daher, dass die­se Ein­kaufs­stra­ße aus fünf Teil­ab­schnit­ten besteht, die unter­schied­li­ches zu bie­ten haben, von Zei­tungs­ki­os­ken über Süßig­kei­ten- und Blu­men­stän­den bis hin zu den zahl­rei­chen Stra­ßen­künst­lern. Die bekann­tes­ten Plät­ze an und zwi­schen den Ram­blas sind ein­mal der Start­punkt, der Pla­ca de Catalunya und der Pla de l´Os, der „Bären­platz“. Der Pla­ca de Catalunya ist der ver­kehrs­tech­ni­sche Dreh- und Angel­punkt der Stadt und mar­kiert die Gren­ze zwi­schen dem „alten“ und dem „neu­en“ Bar­ce­lo­na. Der Pla de l´Os liegt zwi­schen der drit­ten und der vier­ten Ram­bla und wur­de mit einen Mosa­ik von Joan Miró gestal­tet. „Bären­platz“ des­halb, weil vor eini­ger Zeit Gauk­ler hier ihre Bären tan­zen lie­ßen. Am Ende der Ram­blas führt im Hafen die 1994 erbau­te „Ram­bla de Mar“, eine impo­san­te, wel­len­för­mi­ge Holz­brü­cke zum Ver­gnü­gungs­kom­plex Mare­ma­gnum mit Cafés, Restau­rants und Kinos.

Lei­der wur­den die viel­be­such­ten und sehr belieb­ten Ram­blas, wahr­schein­lich gera­de des­we­gen, schon von einem Ter­ror­an­schlag heim­ge­sucht. Im August 2017 fuhr ein Klein­las­ter 700m in die Men­schen­mas­sen in der Ein­kauf­stra­ße, dabei star­ben 14 Men­schen, etwa 120 wur­den ver­letzt. Doch der Anschlag, zu dem sich die Ter­ror­zel­le „Isla­mi­scher Staat“ bekann­te, konn­te die Cata­la­nen nicht ein­schüch­tern, mit dem Satz „ No tinc por“ (Wir haben kei­ne Angst) pro­tes­tie­ren sie gegen den Ter­ror und hal­ten auch in solch schwe­ren Zei­ten zusam­men.

Wir selbst haben die­se Woche, knapp ein Jahr nach dem Anschlag, nicht mehr viel davon mit­be­kom­men und konn­ten nach anfäng­li­chen mul­mi­gen Gefüh­len die Fahrt nach Bar­ce­lo­na und die Aus­flü­ge auf die Ram­blas in vol­len Zügen genie­ßen.

Gau­dí

Anto­ni Gau­dí wur­de 1852 als Sohn eines Kes­sel­schmieds in Reus, einer Stadt süd­lich von Bar­ce­lo­na, gebo­ren. Bereits als Kind hat er sich für die Natur und deren Zusam­men­hän­ge inter­es­siert. Nach sei­nem Archi­tek­tur­stu­di­um in Bar­ce­lo­na lern­te er den wohl­ha­ben­den Mäzen Euse­bi Güell ken­nen, der ihm zu vie­len Auf­trä­gen inner­halb der Stadt ver­half. Bei den von uns besich­tig­ten Welt­kul­tur­er­ben (Palau Güell, Casa Batllo, Casa Mila und Park Güell) wur­de uns Gau­dís Ent­wick­lung klar. Außer­dem haben wir ver­stan­den wie er es geschafft hat orga­ni­sche Ele­men­te aus der Natur in die Stadt zu über­tra­gen. Als Gegen­be­we­gung zur Indus­tria­li­sie­rung hat Gau­di far­ben­fro­he und licht­durch­flu­te­te Häu­ser im Stil des Modern­si­me gebaut. Gestor­ben ist der bedeu­ten­de Archi­tekt 1926 an einem Stra­ßen­bahn­un­fall.

In Bar­ce­lo­na befin­den sich neun UNESCO-Welt­erben, von denen ins­ge­samt sie­ben von Anto­ni Gau­dí gebaut wur­den.

Am vier­ten Tag unse­res Bar­ce­lo­na-Aben­teu­ers haben wir am Mor­gen das Miró-Muse­um besich­tigt und die künst­le­ri­sche Viel­falt die­ses Man­nes bestaunt.

Am Nach­mit­tag begeis­ter­te uns Gau­dí aufs Neue mit sei­ner phan­ta­sie­rei­chen und naturin­spi­rier­ten Archi­tek­tur der Sagra­da Fami­lia. Dank der sehr infor­ma­ti­ven Prä­sen­ta­tio­nen von Lara und Miri­am haben alle Semi­nar­teil­neh­mer einen Ein­blick in die Hin­ter­grün­de des Bau­werks bekom­men.

 

Zusam­men­fas­sung des Refe­rats zur „Sagra­da Fami­lia” (Lara Bern­hardt und Miri­am Grie­ßer)

Die Sagra­da Fami­lia ist eine römisch-katho­li­sche Basi­li­ca, deren Anfän­ge auf das Jahr 1866 zurück­ge­hen. Josep Maria Boca­bel­la i Ver­da­guer grün­de­te zu der Zeit die spi­ri­tu­el­le Ver­ei­ni­gung der Gläu­bi­gen des Hei­li­gen Josef, die sich 1874 für den Bau eines Süh­ne­tem­pels in Bar­ce­lo­na, nach ita­lie­ni­schem Vor­bild ent­schied. Der ers­te Stein wur­de am 9. März 1882 gelegt. Der ers­te Archi­tekt Fran­cis­co de Pau­la del Vil­lar y Loza­no ent­schied sich den Bau mit der Kryp­ta unter der Apsis zu begin­nen. Ab 1883 bis 1926 war Gau­dí jedoch der lei­ten­de Archi­tekt der Sagra­da Fami­lia, da der ers­te auf­grund von Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zurück­ge­tre­ten ist. Gau­dí über­ar­bei­te­te den Plan der Sagra­da Fami­lia und so ent­stand der Ent­wurf der heu­ti­gen 5 schif­fi­gen Basi­li­ca, deren Grund­riss ein latei­ni­sches Kreuz bil­det. Als Gau­dí klar wur­de, dass er die Sagra­da Fami­lia nie fer­tig stel­len wür­de ent­warf er Gips­mo­del­le und Zeich­nun­gen der kom­plet­ten Basi­li­ca nach sei­nen Vor­stel­lun­gen. Nach die­sen Model­len wird die Kir­che noch bis heu­te Gebaut. Nach Gau­dís Tod 1926 über­nah­men ver­schie­de­ne Archi­tek­ten, die mit Gau­dí zusam­men­ge­ar­bei­tet haben die Lei­tung des Baus, nach Gau­dís Vor­stel­lun­gen und Plä­nen. 2010 wur­de die Sagra­da Fami­lia durch Papst Bene­dikt XIV. als Kul­tur­stät­te ein­ge­weiht. Der­zeit sind 70% der Basi­li­ca fer­tig­ge­stellt, wel­che wir am Diens­tag dem 17.07.2018 besich­ti­gen konn­ten. Zur­zeit wird an den Tür­men gebaut und die Arbei­ten an der Pas­si­ons­fas­sa­de sol­len been­det wer­den. Die Bau­ar­bei­ten an der Sagra­da Fami­lia sol­len bis 2026 fer­tig gestellt wer­den.

Inspi­riert wur­de Gau­dí von der Natur, die er als Leh­re­rin ansah. Man kann in der Kir­che über­all natur­be­zo­ge­ne Ele­men­te erken­nen, wie an den Ein­gangs­to­ren der Geburts­fas­sa­de, an denen bei­spiels­wei­se Insek­ten und Blät­ter abge­bil­det sind. Zeit­gleich ver­bin­det er das Wun­der­schö­ne mit dem Uner­setz­li­chen, indem er neben den Ele­men­ten der Natur auf die Funk­tio­na­li­tät sei­nes Wer­kes ach­te­te. Alles muss­te inein­an­der stim­mig sein und muss­te logisch und sta­tisch per­fekt funk­tio­nie­ren. Als Bei­spiel ließ er gro­ße Fens­ter in vie­len ver­schie­de­nen Far­ben und qua­si als Mosai­ke ein­bau­en, die gleich­zei­tig den gesam­ten Innen­raum beleuch­ten, sodass man auf elek­tri­sches Licht voll­kom­men ver­zich­ten kann. Und natür­lich muss­te auch die christ­li­che Bot­schaft wei­ter­ge­ge­ben wer­den, die auch über­all zu fin­den ist; die auf­ge­hen­de Son­ne als Bei­spiel scheint auf die Geburts­fas­sa­de und soll somit die Freu­de Jesu dar­stel­len. Die Sagra­da Famí­lia wur­de nur teil­wei­se zum Welt­kul­tur­er­be erklärt, 2005 war es die Geburts­fas­sa­de, ande­re Parts der Kir­che wer­den ver­mut­lich fol­gen. Gau­dí schuf mit der Sagra­da Famí­lia ein abso­lu­tes Meis­ter­werk, neben sei­nen ande­ren präch­ti­gen Bau­ten, und damit geht sie als sein letz­tes unvoll­ende­tes Werk in die Geschich­te ein.

Am fünf­ten Tag erklär­te Joel­la die His­to­rie der kata­la­ni­schen Spra­che und Ali die Leis­tung des Super­com­pu­ters, der in einer Kir­che in Bar­ce­lo­na auf­ge­baut ist.

Der Nach­mit­tag stand ganz im Zei­chen des Fuß­balls. Der Besuch des Camp Nous in Bar­ce­lo­na war ein High­light der Fahrt. Neben den vie­len Poka­len des FC Bar­ce­lo­nas und des Welt­fuß­bal­lers Lio­nel Mes­si wur­den noch die Tri­bü­ne, die Umklei­de­ka­bi­ne der geg­ne­ri­schen Mann­schaft und der Pres­se­be­reich bewun­dert. Mit einer Vir­tu­al-Rea­li­ty-Bril­le konn­te man den Fuß­ball­stars ganz nah sein. Selbst­ver­ständ­lich wur­de auch im Fan­shop kräf­tig ein­ge­kauft.

An die Hit­ze von täg­lich bis zu 33 Grad haben wir uns lang­sam gewöhnt, wobei das Meer jeden Abend eine ange­neh­me Abküh­lung ver­schafft.

Zusam­men­fas­sung der Refe­ra­te über die kata­la­ni­sche Sprach­ent­wick­lung und das Camp Nou

 

Die kata­la­ni­sche Sprach­ent­wick­lung (Joel­la Küp­per)

Catalán wird als roma­ni­sche Spra­che aner­kannt. Ihren Ursprung liegt im Vul­gär­la­tei­ni­schen und hat vie­le Ähn­lich­kei­ten mit dem Gal­lo­ro­ma­ni­schen, dem Iberoro­ma­ni­schen und dem Okzi­ta­ni­schen.

Bis heu­te kann man die Spra­che bis ins ach­te Jahr­hun­dert ver­fol­gen, wo sie einst in den Gebie­ten der Graf­schaf­ten der Spa­ni­schen Mark und im karo­lin­gi­schen Reich um die Pyre­nä­en zurück­liegt. Nach dem Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krieg (1701 – 1714) ver­lor Kata­lo­ni­en sei­ne poli­ti­sche Eigen­stän­dig­keit und Cas­tel­la­no wur­de zur offi­zi­el­len Spra­che erklärt. Sie wur­de spä­ter als Unter­richts­spra­che fest­ge­legt und das Catalán sogar aus Thea­ter­stü­cken ver­bo­ten. Orts­na­men und Per­so­nen­na­men wur­den ins Spa­ni­sche über­setzt. Im Jah­re 1978, drei Jah­re nach dem Tod Fran­cos, wur­den alle Beschrän­kun­gen der Spra­che auf­ge­ho­ben und Namen und Orts­na­men wie­der ins Kata­la­ni­sche über­setzt.

Ins­ge­samt 11,5 Mil­lio­nen Men­schen spre­chen die Spra­che, etwa 12,6 Mil­lio­nen ver­ste­hen sei. Den­noch hat Spa­nisch im schrift­li­chen Gebrauch in Kata­l­a­no­ni­en die Ober­hand, da Kata­la­nisch solan­ge und oft unter­drückt wur­de. 90 Pro­zent des Schul­un­ter­richts und die meis­ten Vor­trä­ge an Uni­ver­si­tä­ten wer­den auf Kata­la­nisch gehal­ten und kata­la­ni­sche Sprach­zer­ti­fi­ka­te kön­nen erwor­ben wer­den.

Aus Erfah­rung kann man aber nicht behaup­ten, dass die Kata­la­nen sich wei­gern, Spa­nisch zu spre­chen. Sie pas­sen sich sogar immer dem Gegen­über­ste­hen­den an, sodass öfters ein Misch-Masch aus Spa­nisch und Kata­la­nisch (gege­ben­falls auch Eng­lisch) bei Gesprä­chen ent­steht.

 

Bar­ce­lo­na Super­com­pu­ting Cen­ter (Ali Ekin­ci)

Das Bar­ce­lo­na Super­com­pu­ting Cen­ter (BSC) ist ein beson­de­res wis­sen­schaft­li­ches Zen­trum in Bar­ce­lo­na. Zu den Haupt­auf­ga­ben des BSC gehö­ren die For­schung in ver­schie­dens­ten Wis­sen­schaft­li­chen Berei­chen und die Ver­wal­tung des eige­nen Super­com­pu­ters, mit dem Namen Mare Nostrum ( lat. „Unser Meer“ ). Zudem stellt das BSC sei­ne Tech­no­lo­gi­en auch ande­ren Wis­sen­schaft­lern und Unter­neh­men zur Ver­fü­gung.

Mare Nostrum belegt aktu­ell Platz 13 der welt­weit leis­tungs­stärks­ten Rechner.Um sei­ne hohe Rechen­leis­tung zu errei­chen­ver­wen­det er die soge­nann­te Clus­ter­tech­no­lo­gie, bei der meh­re­re Pro­zes­so­ren zu einem gro­ßen Rechen­sys­tem zusam­men­ge­schlos­sen wer­den. Die Strom­kos­ten des Mare Nostrum belau­fen sich jähr­lich auf etwa eine Mil­lio­nen Euro.

Zudem ist auch der Stand­ort des Super­com­pu­ters etwas beson­de­res, da Mare Nos­rum sich in der ehe­ma­li­gen Kir­che Tor­re Giro­na befin­det. Die Grün­de für die­sen eher unge­wöhn­li­chen Stand­ort sind recht sim­pel, da die Bedin­gun­gen für einen mög­li­chen Stand­ort eine freie, gut über­schau­ba­re Flä­che von ca. 180 Qua­drat­me­ter mit einer hohen Decke waren. Damit bot sich die bereits ent­weih­te Kir­che, die auch zuvor für Kir­chen­frem­de Zwe­cke benutzt wur­de, zur Unter­brin­gung von Mare Nostrum an.

Haupt­säch­lich wird Mare Nostrum zur For­schung und für indus­tri­el­le Auf­ga­ben ver­wen­det. Unter­neh­men kön­nen die Rechnzeit am Com­pu­ter buchen, um Auf­ga­ben zu lösen für die ande­re Com­pu­ter zulan­ge brau­chen wür­den. Bei­spie­le für sol­che Auf­ga­ben sind Wet­ter­pro­gno­sen, Simu­la­tio­nen in der Gen­for­schung und Medi­zin oder auch Berech­nun­gen zur Aero­dy­na­mik von Fahr­zeu­gen.

 

Camp Nou (Paul Shvor­ak)

Seit 1957 dient das Camp Nou als Spiel­stät­te für den FC Bar­ce­lo­na. Das Camp Nou lös­te damals das alte Sta­di­on „Camp de Les Corts“ vom FC Bar­ce­lo­na ab, da die Kapa­zi­tä­ten hier mit ins­ge­samt 60.000 Sitz­plät­zen durch den gro­ßen Andrang an Fans auf ihre Gren­zen stie­ßen. Dem­entspre­chend konn­te das Camp Nou mit sei­nen 99.354 Sitz­plät­zen Abhil­fe schaf­fen und den Sitz­platz­man­gel lösen. Seit­dem Ein­zug ins Camp Nou konn­te der FC Bar­ce­lo­na zahl­rei­che sport­li­che Erfol­ge ver­zeich­nen, wodurch er sich zu einem der nam­haf­tes­ten Fuß­ball­ver­ei­ne der Welt eta­blie­ren konn­te. Neben dem Platz macht sich der FC Bar­ce­lo­na durch sowohl sozia­le als auch poli­ti­sche Enga­ge­ments bemerk­bar. Wäh­rend man mit Part­nern wie UNICEF gezielt huma­ni­tä­re Pro­ble­me zu lösen ver­sucht, ist auch die Unter­stüt­zung für die stark durch Unab­hän­gig­keits­be­stre­bun­gen gekenn­zeich­ne­ten Regi­on Kata­lo­ni­en prä­gend. Der FC Bar­ce­lo­na steht für die Inter­es­sen sei­ner über­wie­gend kata­la­ni­schen Anhän­ger, indem man bei­spiels­wei­se die gelb-rot gestreif­te Flag­ge Kata­lo­ni­ens offen in sei­nem Wap­pen als auch auf den Tri­kots prä­sen­tiert. Außer­dem lässt der FC Bar­ce­lo­na sei­ner Fan­kul­tur den Kata­la­nis­mus völ­lig ein­schrän­kungs­frei aus­le­ben, was sich in den unzäh­li­gen Kata­lo­ni­en Flag­gen wäh­rend den Heim­spie­len vom Bar­ca deut­lich erkenn­bar macht.

Des­we­gen wird klar, dass der FC Bar­ce­lo­na nicht zu Unrecht sei­ner Phi­lo­so­phie „Mes que un club“ (=Mehr als ein Club) gerecht wird.

Nach dem gemein­sa­men Pfann­ku­chen­früh­stück ging es zum Hafen von Bar­ce­lo­na, dort hat Hen­drik uns über die Geschich­te der kata­la­ni­schen Küs­ten­stadt infor­miert.

Danach stand uns der Tag zur frei­en Ver­fü­gung offen. Wäh­rend man­che lie­ber den Tag am Pool ver­bracht haben, sind ande­re durch die Gas­sen von Bar­ce­lo­na gezo­gen. Mit fri­schen Früch­ten vom größ­ten Markt der Stadt und neu­en T-Shirts aus tol­len Läden ging es für uns zum Strand.

Gegen Abend haben wir uns mit Son­nen­brand zu einem letz­ten Pael­la­es­sen auf­ge­macht. Mit dem Son­nen­un­ter­gang sind wir in Vilas­sar de Mar ange­kom­men.

 

Geschich­te und Stadt­ent­wick­lung Bar­ce­lo­nas  (Hen­drik Hild­brand)

Ansät­ze wie die Stadt ent­stan­den sein kann, kom­men aus 2000 Jah­re alten Schrif­ten, Mün­zen oder Grä­bern. Daher wer­den die Jah­res­zah­len erst ab dem 15. Jahr­hun­dert zuver­läs­sig.

  • 218 v. Chr. besie­del­ten die „Lai­er­ta­ni“ (ein ibe­ri­sches Volk) die Halb­in­sel.
  • Noch vor der Zei­ten­wen­de gewan­nen die Römer den Krieg gegen die Lai­er­ta­ni, wel­che dar­auf­hin eine Kolo­nie der Römer wur­den.
  • Archäo­lo­gi­scher Fun­de deu­ten dar­auf hin, dass Bar­ce­lo­na damals schon eine eher rei­che Stadt war, hat­te aber im Gegen­satz zu den wirk­lich bedeu­ten­den römi­schen Städ­ten kein Thea­ter oder Cir­cus.
  • Eini­ge Erobe­rungs­ver­su­che zwan­gen die Stadt zu einer Ver­tei­di­gungs­ver­bes­se­rung. Des­we­gen wur­de die Stadt von einer zwei bis acht Meter hohen Mau­er umstellt. Zudem wur­den knapp 80 Ver­tei­di­gungs­tür­me gebaut.
  • Im 3. Jhdt. bil­de­ten sich die ers­ten christ­li­chen Gemein­schaf­ten. Die­se wur­den umge­hend bekämpft. Die Fol­ge war, dass eini­ge Mär­ty­rer für ihren Glau­ben am Kreuz gestor­ben sind, was das Chris­ten­tum sehr schnell sehr popu­lär gemacht hat. Ver­mut­lich beein­flusst dies bis heu­te die Reli­gi­on der Kata­la­nen.
  • Im Jah­re 410 wur­de nach eini­gen geschei­ter­ten Ver­su­chen Bar­ce­lo­na von den West­go­ten ein­ge­nom­men.
  • Die­se ver­bün­de­ten sich anschlie­ßend mit den Römern und bil­de­ten somit ein fast unschlag­ba­res Team, das eini­ge Län­der um das heu­ti­ge Spa­ni­en erober­te. (Bar­ce­lo­na war jedoch immer die Haupt­stadt des west­go­ti­schen Rei­ches)
  • Bis die Mau­ren dies änder­ten. Sie erober­ten die Städ­te um Bar­ce­lo­na, was für die Stadt so ein­schüch­ternd war, dass sie noch vor einem Krieg auf­ge­ge­ben haben. Dies schütz­te die Stadt vor schlim­me­ren Zer­stö­run­gen.
  • 1469 wur­den mit der Hoch­zeit von „Fer­di­nand von Ara­go­ni­en“, dem König Kata­lans und der Köni­gin von Spa­ni­en, „Isa­bel­la von Kas­ti­li­en“, zwei Königs­ge­schlech­ter ver­eint.
  • Poli­ti­sches Zen­trum war nicht mehr Bar­ce­lo­na, son­dern Tole­do und spä­ter Madrid.
  • Bar­ce­lo­na ver­liert an Bedeu­tung.
  • In die­ser Zeit war auch die Ent­de­ckung Ame­ri­kas, was zu einem wei­te­ren Han­dels­rück­gang der Stadt führ­te.
  • Nach dem Abriss der Stadt­mau­ern 1850 wur­de der neue Stadt­plan geplant und ange­legt. Die­ser prägt noch heu­te das Gesicht der Stadt.

Heu­te ist Bar­ce­lo­na zwar nicht die Haupt­stadt Spa­ni­ens, aber die größ­te Stadt Kata­lo­ni­ens und die zweit­größ­te in ganz Spa­ni­en. Inner­halb des Stadt­ge­biets leben in etwa 1,7 Mil­lio­nen Men­schen, damit ist sie die elft­größ­te Gemein­de der Euro­päi­schen Uni­on, in der Spa­ni­en seit 1986 Mit­glied ist.

Mit jähr­lich mehr als sie­ben Mil­lio­nen Tou­ris­ten zählt man Bar­ce­lo­na heu­te zu den drei meist­be­such­ten Städ­ten Euro­pas. Bar­ce­lo­na hat also nicht nur eine zwei­fel­los span­nen­de Geschich­te und einen gut durch­dach­ten Stadt­plan was die Stadt so inter­es­sant macht. Son­dern auch die Bau­wer­ke selbst wie z.B. die Sagra­da Fami­lia (Gau­di), der neue hoch­mo­der­ne Hafen, das Hos­pi­tal Sant Pau (Llu­is Domen­ech i Mon­ta­ner) und das Sta­di­on des FC Bar­ce­lo­na machen die Stadt für mich zu einer der schöns­ten Städ­te, die ich je gese­hen habe.

Zusam­men­fas­sung des Refe­rats zum Klos­ter Monts­er­rat (Luis Häns­ler)

Die mäch­ti­ge Gebirgs­ket­te des Monts­er­rat liegt ca. 45 Kilo­me­ter nord­west­lich von Bar­ce­lo­na. Mit­ten­drin zwi­schen gewal­ti­gen Fel­sen auf 725 Metern Höhe liegt das Bene­dik­ti­ner­ab­tei San­ta Maria de Mon­te­ser­rat. Zur­zeit leben dort etwa 80 Mön­che.

Das Klos­ter und das inzwi­schen als Natur­park geschütz­te Berg­mas­siv ist eines der am meis­ten besuch­ten Pil­ger­zie­le im Hin­ter­land von Bar­ce­lo­na.

Um 880 nach Chris­tus ent­stand an den Hän­gen des Gebir­ges das ers­te christ­li­che Hei­lig­tum. Hir­ten­kin­der sol­len eine schwar­ze Madon­nen­sta­tue in einer Höh­le gefun­den haben. Der Geschich­te nach habe der Evan­ge­list Lukas sie höchst­per­sön­lich geschnitzt. Der damals zustän­di­ge Bischof woll­te die Sta­tue nach Man­re­sa brin­gen las­sen. Doch beim Abtrans­port der Figur sei die­se dann so schwer gewor­den, dass die Hir­ten­kin­der sie nicht mehr tra­gen konn­ten. Die Madon­na woll­te offen­sicht­lich nicht mehr bewegt wer­den. Also ent­stand genau an die­ser Stel­le wo sie abge­setzt wur­de die ers­te Andachts­stät­te am Monts­er­rat. Die schwar­ze Madon­na, die „More­n­e­ta“ ist heu­te immer noch in der Klos­ter­ka­pel­le zu bewun­dern. Inzwi­schen ist sie sogar zur Schutz­pa­tro­nin Kata­lo­ni­ens gewor­den.

Die heu­ti­ge Klos­ter­kir­che hat eine Län­ge von ca. 70 Meter und hat eine Brei­te von 30 Metern. Die Kir­che ist ein­schif­fig mit Sei­ten­ka­pel­len und dar­über befind­li­chen Empo­ren.

Das Muse­um bie­tet eine der bes­ten Samm­lun­gen der Male­rei mit Wer­ken von welt­be­kann­ten Künst­lern, wie Chagall, Miro, Picas­so, Dali und Tapies.

Die Biblio­thek von Monts­er­rat ist inner­halb des Klos­ters und besteht seit der Grün­dung des Klos­ters im 11. Jahr­hun­dert und kann bereits die Exis­tenz hand­schrift­li­cher Wer­ke nach­wei­sen. Die heu­ti­ge Biblio­thek hat einen Bestand von ca. 150.000 Bän­den.

Die Esco­la­nia de Monts­er­rat ist einer der ältes­ten Kna­ben­chö­re Euro­pas.

 

Zusam­men­fas­sung des Refe­rats „Tou­ris­mus in Bar­ce­lo­na” (Gizem Özkurt)

Bar­ce­lo­na, Haupt­stadt Kata­lo­ni­ens, ist geprägt durch ihre Lage am Mit­tel­meer und ihr medi­ter­ra­nes Kli­ma. Neben die­ser Eigen­schaft ist auch die Kul­tur der Hafen­stadt ein Grund für die zahl­rei­chen Tou­ris­ten.

Der Jugend­stil­ar­chi­tekt Anto­ni Gau­dí hat mit sei­ner gewag­ten Kir­che, der Sagra­da Fami­lia und vie­len ande­ren Wahr­zei­chen erheb­lich zum Welt­ruhm der Stadt bei­getra­gen.

Bar­ce­lo­na bie­tet eben­so jede Art kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tun­gen wie Kon­zer­te, Thea­ter und Fes­ti­vals an. Das Gran Thea­t­re del Liceu gehört zu den größ­ten euro­päi­schen Opern­häu­sern. Im moder­nen Palau de la Musi­ca Cata­la­na fin­den jähr­lich vie­le Kon­zert­ver­an­stal­tun­gen statt. Für jun­ge Musik­in­ter­es­sen­ten zieht das Fes­ti­val Pri­ma­ve­ra Sound im Parc del Forum Tau­sen­de von Zuhö­rern an.

Bar­ce­lo­na bie­tet meh­re­re Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten für alle Genera­tio­nen an. Man hat z.B. die Mög­lich­keit, das Camp Nou zu besu­chen oder in ver­schie­de­ne Parks wie z.B. Parc de la Ciut­del­la spa­zie­ren zu gehen oder even­tu­ell den groß­an­ge­leg­ten Zoo zu besu­chen.

Bar­ce­lo­na gehört zu Euro­pas meist besuch­ten Städ­ten. Im Ver­gleich mit 1990, in dem es 1,9 Mio. in Hotels regis­trier­te Tou­ris­ten gab, betrug die Anzahl der Tou­ris­ten im Jah­re 2014 mehr als 7,8 Mio. Die Anzahl der Über­nach­tun­gen in die­sem Zeit­raum stieg von 3,8 Mio. auf 17, Mio.

Die­ser stei­gen­de Mas­sen­tou­ris­mus führt zu Pro­ble­men für die Ein­woh­ner in Bar­ce­lo­na. Die­se bekla­gen sich über den stei­gen­den Lärm und Schmutz in ihrer Stadt. Die Anwoh­ner der Ram­blas z.B. beschwe­ren sich über die per­ma­nent gestör­te Nacht­ru­he. In den Super­märk­ten gibt es end­lo­se Schlan­gen, die den Ein­woh­nern die Wochen­ein­käu­fe erschwe­ren. In vie­len Restau­rants ist es schwer, einen Platz zu fin­den, da es zu vie­le Tou­ris­ten gibt.

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