Die Klasse 9b hat sich dieses Schuljahr im Fach Geschichte unter anderem mit dem Thema Nationalsozialismus und dem Gedenken daran beschäftigt.
So passt es sehr gut, dass in unserem neu eröffneten Stadtmuseum Cavazzen eine Führung mit einem anschließenden Projekt zum Thema „Jugend im Nationalsozialismus“ mit regionalem Bezug und dem Gedenken daran angeboten wird.
Im Zentrum der Führung von Anja Lorenzen, der Museumspädagogin, stand eine Brunnenfigur, die 1937 in Lindau eingeweiht wurde: ein trommelnder Hitlerjunge. Diese Figur hat für viele Aufsehen gesorgt, wurde gefeiert, versteckt, wieder aufgestellt und schließlich 1997 vom Sockel gestoßen.
Heute hat der Torso des gestürzten Hitlerjungen im Cavazzen einen neuen Platz gefunden. Hier fordert er dazu auf, über Lindaus Vergangenheit im Nationalsozialismus nachzudenken.
In einem anschließenden Workshop erörterten wir ausgehend vom Denkmalsturz verschiedene Möglichkeiten der Denkmalneugestaltung.
Was spricht für ein Gegendenkmal? Was für eine Wiederaufstellung des trommelnden Hitlerjungen, und wie soll sie kommentiert werden? Sollte besser Opfer des Nationalsozialismus in Lindau gedacht werden? Oder soll die Vergangenheit ruhen? Soll eher der heutigen Jugend ein Denkmal gesetzt werden?
Noch auf dem Weg zu den Fahrrädern wurde heftig über die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert. Der Trommlerjunge ging uns nicht aus dem Kopf. So spannend kann regionale Geschichte sein!
Kristina v. Arndt


